Dienstag, Februar 10, 2009

Living pooja...


Wir gehen hier barfuss durchs Leben - tatsaechlich, weil man sich vor jedem Shop und in den eigenen vier Waenden sowieso die Schuhe auszieht: einfach, weil es Respekt gegenueber den Raeumlichkeiten und dem Besitzer zeigt. So wird jeder Innenraum schnell zum "Tempel": man geht bewegt sich vorsichtiger, umsichtig und gleichzeitig irgendwie freier... vielleicht vergleichbar mit einem barfuessigen Kind, das eine neue Welt erkundet. Unsere Fuesse sind am Abend schwarz wie die Nacht und es ist uns egal (nichts fuehlt sich hier wirklich dreckig an und wir haben auch ueberhaupt keinen Sinn dafuer, ueber so etwas nachzudenken). Der Marmorstein in den Zimmer fuehlt sich dabei ebenso warm und geschmeidig an, wie die abgetretenen und schiefen Stufen, die man auf dem Weg zu einem der Goettersitze bezwingt. Es fuehlt sich ganz herrlich an (eigentlich will ich nie wieder Schuhe tragen...) Jedesmal, wenn wir einen dieser Tempel betreten (und wir sehen wirklich viele!), stehen wir beide mit offenen Augen und Herzen vor diesen wirklich unglaublichen Bauwerken. Fuer uns ist alles wie reinste Magie - den Augen der Hindus sehen wir an, dass Shiva und der Rest hier einfach wirklich sind. Die Statuen laecheln uns beide an und wirken, als wollten sie sagen: "Ich habe auf dich gewartet - schoen, dass du endlich den Weg hierher gefunden hast! Komm, setz dich zu mir, zu uns und lass uns lauschen." Wir wuerden am liebsten den ganzen Tag in diesen heiligen Hallen verbringen, uns in die Kuehle zu den Glaeubigen setzen, eine pooja beobachten und mitmachen, die kleinen Kerzen immer wieder fuer verschiedene Gottheiten anzuenden, uns von den Bildern an den Waenden erzaehlen lassen, uns immer und immer wieder "blessen" lassen bis unsere Stirn voll ist mit Farbe duftenden Oelen... Wir sind inzwischen in Trichy und eine alte Frau, zu der wir uns heute vor einem Ganesh-Tempel gesellt haben, hat mir kleine Zoepfe geflochten und mir dann Blumen ins Haar geflochten. Auf welche schoene Art man hier doch die Goetter verehren kann! Selbst der Sohn von einem der Bosse, Jesus, laechelt hier und empfaengt einen mit offenen Armen, anstatt am Kreuz zu haengen. Andi wurde von einem wunderschoenen Tempelelefanten gesegnet! Was fuer ein beeindruckender Moment (ich war leider zu feige!) - so wie eigentlich alles hier!

3 Kommentare:

Felice hat gesagt…

Oh wie schön. Genießt Euch da! Omnia vincit amor, f.

schritti hat gesagt…

Wirklich schön.
Ich lese Eure Worte und mein Kopf malt mich zu Euch. Natürlich könnt ihr mich nicht sehen, aber ich kann Euch sehen!
Ebenso riechen und fühlen. Ich sitz hier in der Arbeit, vierzehn Schneeflocken treiben langsam und unmotiviert am Fenster vorbei, und ich muss lächeln.
Weil ich lese und dadurch erfahre, dass es Euch gut geht, und ich krieg sogar auch was davon ab.

Grüßt mir den dicken Ganesha.

Anonym hat gesagt…

Herrlich ihr beiden... und ein Elefantenblessing für Andi, ich dreh durch!
Mehr davon, mehr für euch, denk an euch!