Sonntag, April 26, 2009

Von Santiago nach Salta...


Ein herzliches Willkommen erwartet mich in Santiago, da ich bei einer chilenischen Freundin von Floris Schwester unterkommen durfte. Dani und Flavio (ihr Ehemann) wohnen in einem schicken Appartment in Las Condes, welches zu den besten Wohnviertel Santiagos gehoert. Am Tag meiner Ankunft besuchten wir einen Markt in einem Dominikanerkloster. Danach gings auf ins Bellavista Viertel zum Ceviche (peruanisches Fischgericht) verspeisen. Das Essen schmeckte zwar vorzueglich, doch in der folgenden Nacht musste ich bitter bezahlen: die folgenden 3 Tage verbrachte ich auf der Toilette und meine Lust Fisch zu essen hatte sich damit erstmal stark vermindert. Als dann am Dienstag drauf die Vera in Santiago ankam, ging es mir schon viel besser und das Stimmungsbarometer stieg steil an.
Zusammen erkundeten wir die Stadt und trafen auch Magda, eine Freundin, die ich aus Salamanca kannte. (auf dem Foto sieht man Magda (2. v.l.))
Santiago ist eine Riesenmetropole mit sehr, sehr vielen Hochhaeusern, dazwischen mischen sich huebsche alte Gebaeude, so dass dies eine bunte Mischung ergibt.
Wie es der Zufall wollte trafen wir Leo, den ich in Punta Arenas im Sueden kennengelernt hatte, in dieser 7 Mio. Einwohner Stadt auf der Strasse. Ich konnte es kaum glauben, als wir ihm in der Innenstadt in die Arme liefen. So verabredeten wir (Leo, Adolfo, ein Freund von Leo, Vera und ich: siehe Foto) uns, ein paar Tage gemeinsam Valparaiso unsicher zumachen.
Valparaiso hat mir sehr gut gefallen. Es ist ein wenig heruntergekommen, aber super schoen: viele bunte Haeuser, die am Hang gebaut wurden, direkt am Meer, trendy Geschaefte und toll zum Ausgehen! (Leider auch etwas gefaehrlich) Mich erinnert die Stadt ziemlich an Lissabon.
Viña del Mar grenzt direkt an Valparaiso an und dort konnten wir dann auch mal unsere Zehen ins Meer stecken. Auf dem Foto sieht man im Vordergrund Valparaiso und im Hintergrund Viña.
Nach dem Wochenende am Meer wartete Mendoza auf uns, damit gings wieder auf nach Argentinien.
Mendoza ist beruehmt fuer seinen Wein und unternahmen wir dort eine Tour auf verschiedene Weingueter, um edele Tropfen zu probieren. Wir gondelten mit ausgeliehen Raedern von Station zu Stadion...
Am Tag drauf begaben wir uns nach Uspallata, um dort auf dem Ruecken der Pferde unser Glueck zu finden. Die Landschaft war einfach atemberaubend!











Und jetzt? Sind wir grad in Salta im Norden Argentinien nach einer 20 Stunden Bustour angekommen und werden uns erstmal bissl ausruhen , denn heute abend wird Veras Geburtstag ordentlich reingefeiert!
Wir schicken Euch die liebsten Gruesse, auf bald Isabell.

Montag, April 13, 2009

Ab ins Warme - Adios a la Patagonia!!

So, mal wieder ein Monat vergangen und so viel erlebt. Das letzte Mal als ich mich zu Wort meldete, befand ich mich noch einigermassen in warmen Gefilden, aber es sollte bald kaelter werden. 
Naechster Stopp meiner Reise war Bariloche, welches mich sehr an die Schweiz mit Blockholzhaeusern erinnerte. Die Ausfluege, die ich dort mit dem Radl und zu Fuss machte, waren einfach grossartig; es war toll ein bisschen im Gruenen zu sein und die Landschaft rund um Bariloche war traumhaft.

In Bariloche lernte ich dann auch Tobi aus Berlin kennen, der sich fuer die folgenden 2 Wochen als mein Reisecompañero herausstellen sollte. Naechster Halt war El Chaltén, ein kleines Oertchen, das am Fusse des Fitz Roy gelegen ist. Zwischen Bariloche (ok, wenn ich ehrlich bin waren wir noch in El Bolsón, man sagt es waere ein Hippidorf, wir fanden es gar nicht Hippi) und El Chaltén liegen 33 Stunden ungeteerte Strasse. Diese sagenumwobene Ruta 40, die schon Che Guevara mit seinem Motor bestritten hatte, kostete mich so einiges an meinem Sitzfleisch.
Etwas ermattet kamen wir dann bei stroemendem Regen an, mussten dann leider noch 1 Stunde warten bis das Hostel aufmacht und bereiteten uns fuer den Trip zur Laguna de los Tres (Aussichtspunkt auf den Fitz Roy) vor, der uns am naechsten Tag erwartete. Leider hatten wir etwas Pech mit dem Wetter und die Aussicht auf das Bergmassiv war sehr eingeschraenkt. Dazu ging ein ungeheuerer Wind, es schneite und wir froren: trotzdem hatten wir jede Menge Spass und es war ein schoener Tag.

Auf dem Foto man Tobi (v.l.), mich, Flavia aus Córdoba, Arg., Lianne aus den Niederlanden und Laura aus Buenos Aires vor dem Eingangsschild zum Fitz Roy Nationalpark. 
Und da sich das Wetter auch ganz schnell mal aendern kann in Patagonien, hatten wir dann bei Abstieg doch wieder eine gute Sicht. 




Als naechste Haltestelle erwartete uns El Calafate, das aus Ausgangspunkt zur Besichtung des Perito Moreno Gletschers diente. So mieten Tobi, Flavia und ich uns ein Auto um im Morgengrauen (bessergesagt schon um 5 Uhr Morgens) in den 80 km entfernten Nationalpark mit dem riesigen Gletscher zum Sonnenaufgang zu gelangen. Aber es war auf alle Faelle die Muehe wert und wir erlebten ein spektakulaeres Erwachen des Tages.  
Mit dem Besuch des Perito Moreno neigte sich unsere Argentinienbesuch vorerst dem Ende zu und wir (immernoch Tobi und ich) naeherten uns der chilenischen Grenze. Wir beschlossen den beruehmten Parque Torres del Paine zu besuchen, obwohl es eigentlich schon Nebensaison ist, der Winter begonnen hat, somit kalt ist und viele Huetten schon zu hatten. Aber die Gelegenheit war zu guenstig und wer weiss, wann ich mich das naechste Mal ans Ende der Welt in Patagonien begebe. So mieteten Tobi, Angelika (ein Maedl aus Dublin) und ich uns ein Zelt, Schlafsaecke und einen Kocher und packen unsere Rucksaecke fuer einen 5 Tagestrip zu den Torres del Paine, um das "W" abzuwandern. Der erste Tag war ziemlich verregnet und wir liefen eigentlich die ganze Zeit im stroemenden Regen, bauten unser Zelt in der Naesse auf und waren dann heil froh uns ein bisschen in der Huette aufwaermen zu koennen. 
Am naechsten Tag sah es dann etwas besser aus und wir brachen auf in das "Valle frances". Nachdem jetzt im Winter nicht mehr viele Leute im Park waren, traf man abends auf den Campingplaetzen meist die gleichen Nasen und so verbrachten wir die Abende mit einem sehr lustigen Paerchen (Tash aus England und Oskar aus Barcelona) und Luis (auch aus Barcelona). Obwohl es sakrisch kalt war und wir wie die Hundlinge froren, war es stets echt lustig (nachdem uns ja allen kalt war- gemeinsam friert es sich geselliger). 















Die dritte Nacht campen wir am Refugio "los Cuernos", wo ich Leonardo kennenlernte, der dort arbeitete und den ich im Anschluss in Punta Arenas besuchte. Am Tag 4 ging es dann auf zum Aussichtspunkt um die Torres del Paine zu sehen. Das Wetter wurde immer besser und wir hatten strahlenden Sonnenschein (obwohl es nachts dadurch noch viel kaelter wurde) und somit saumaessiges Schwein mit dem Wetter. So konnten wir uns zu den Gluecklichen zaehlen, die die Torres del Paine nicht wolkenbehangen sehen konnten. 

Wir sind dann nochmal am naechsten Morgen zum Sonnenaufgang nochmal den letzten Aufstieg vom Camping aus machten, waren wir leider bissl zu spaet dran und konnten keinen Fetzen Sonne erhaschen. Aber gefruehstueckt haben wir da oben! 



Nach den Tagen im Park freuten wir uns alle auf ne ordentliche Dusche, ein gemuetliches Bett und ein grosses Steak (nach Unmengen von Fertigpasta, Oatmeal, Nuessen und Reis). 



Wie schon kurz erwaehnt, machte ich mich am kommenden Wochenende nach Punta Arenas auf. Dies liegt nochmals ca. 200 km weiter im Sueden und grenzt an Feuerland. Ich wollte dort unbedingt hin, um auf der Isla Magdalena eine riesige Pinguinkolonie zu erleben. Naja, letzendlich erfuhr ich, dass die Herrn im Frack schon in die Antarktis abgehauen sind, um dort ihre Babies zu bekommen, was solls! Leo, der aus Punta Arenas kommt, zeigte mir die ganze Stadt und das Wochenende war auch ohne Pinguine sehr nett.
Ich hatte mich schon die ganzen letzten Tage ungeheuer auf die Schifffahrt von Puerto Natales nach Puerto Montt gefreut: geplant waren 4 Naechte auf dem Navimag-Schiff, dass durch die patagonischen Fjorde an Gletschern vorbei faehrt, die ins Meer muenden. Als ich wieder nach dem Wochenende in Puerto Natales war, musste ich die traugrige Nachricht in Empfang nehmen, dass die Route aufgrund eines technischen Schadens in dieser Woche abgesagt werden musste. Shit!!! Luis, der Katalane den ich bei den Torres del Paine kennengelernt hatte, war in der selben Situation und so beschlossen wir den Bus nach Puerto Montt zu nehmen. Nach einer schlappen 32 Std. Busfahrt erreichten wir dann die Insel Chiloé, die nach Feuerland die zweitgroesste Insel Suedamerikas ist. 
Mit einem hollaendischen Paerchen erkundeten wir die folgenden 3 Tage die Insel, die voll von Holzkirchen, Mythen und Legenden ist. Eigentlich sagt man ueber dieses Fleckchen Erde, dass es dort immer regnet, aber wir hatten schon wieder Superglueck mit dem Wetter. So assen wir jede Menge Fische, inklusive ganze frische Austern...yummy! 

Der Besitzer des Hostels fuhr uns zwei Tage mit dem Auto ueber die Insel und wir lernten viele schoene und interessante Orte kennen. 








Nach 3 Tagen machte ich mich dann wieder auf die Reise, um in Santiago nach 2 Monaten Verena zu treffen. Wie es mir in dieser Megacity ergangen ist, warum man lieber kein Ceviche in Santiago essen sollte und Vieles mehr erfahrt Ihr das naechste Mal. Ich freue mich immernoch (!!!) ueber Post und hoffe, Ihr geniesst den Fruehlingsanfang in Deutschland. Un beso grande, bis bald 
la Isabell