Hampi hatten wir vor 2 Jahren ausgelassen, trotz grosser Empfehlung durch unsern 'Travel-Pionier' Joern the Schmufulus. Fuer dieses Mal war es aber fest eingeplant - und hat sich schwer gelohnt. Von der Kueste gings per Sleeper-Bus ins Landesinnere, aber geschlafen hab ich keine Minute... Bernhard und ich hatten eine Sleeper-Doppelkabine ganz hinten im Bus, und so viele Bumper auf einer Strecke hab ich noch nie erlebt... Vielzuwenig Platz fuer uns breitschultrige, ueberlange Germanen, dazu der wie ein bockendes Rodeopferd huepfende Bus, der einen dauernd 20-30 cm in die Luft hebt und wieder zurueckkrachen laesst ... das war eher eine Art Wrestlingfight als irgend was, was mit Nachtruhe zu tun hat.
Naja, und dann war ja eh Holi und kollektives Farbwerfen bis nachmittags angesagt. Was im Hampi eigentlich alles geboten ist, hat sich uns erst am naechsten Tag erschlossen:

Auf einer Flaeche von ca. 30 Quadratkilometern kann man sich hier die Augen aus dem Kopf fallen lassen. Mitten im Nirgendwo erheben sich in einer Flusstallandschaft Huegel aus meist roetlichen Granitfelsen, die in den absurdesten Formationen aufeinandergeschichtet sind. Was man hier sieht traut man weder Mutter Natur noch dem Menschen zu, alles zu gross, zu fremdartig, zu ... unfassable. Und inmitten dieser fremden Welt erheben sich die Ruinen Vijayanagar's, im 16. Jhdt. Hauptstadt eines maechtigsten Imperien in Indiens Geschichte, mit ehemals 500.000 Einwohnern. Quasi Orchha im Quadrat, mit natuerlich deutlich mehr Touristen, dazu Reisfelder und Bananenwaelder.

Fast alle wichtigen Gottheiten sind hier in Tempeln vertreten, die (typisch Hinduismus) meist auf den Huegeln trohnen und unglaubliche Ausblicke eroeffnen. Der Legende nach hat Hanuman, der Affengott, dieses Areal geformt, indem er Huegel hin und her verpflanzt hat. Und am Hanumantempel passierte es dann auch: Frisch geblessed traten wir unter duester-wolkigem Himmel aus dem Tempel hinaus, als ein maechtiger Blitz nur 5 Meter vor uns unter ohrenbetaeubenden Donnerkrachen in eine Art Blitzableiter des Tempels (Saeule mit Metallspitz) fuhr und explodierte. Da stellts einem dann gleich mehrfach die Haare auf. Das war uebrigens der einzige Blitz in dieser Stunde. Kommentar vom Tempel-Baba: "Hanuman". Allerdings, Babaji. Gut das wir frisch gesegnet waren :)
Blitze, Farbattacken, Skorpione, Schlangen, Krokodile, aggressive Bueffel, Motorroller zum Ausleihen, waghalsige Hoehlenklettereien, drohende Hitzschlaege, Regenguesse, Tauchgaenge im Reisfeld, Huegelbesteigungen in Flip-Flops und entzuendete Fuss-Blessuren... wir haben alles ueberstanden wuerde ich sagen. Aber noch lang nicht alles gesehen. Ich komme wieder! Bernhard und ich haben uns voneinader verabschiedet, ich bin mittlerweile in Hyderabad.
Gute Reise, mein Freund!
A
1 Kommentar:
so, noch eineinhalb tage dann gehts heim. Solltest Du nicht schon unterwegs sein?
Börni auch von mir noch weiterhin eine Gute Reise. Pass auf Dich auf, verschließ die Augen nicht vor Wundern und komm auch gut wieder.
Und Andi: Wir freuen uns alle sehr auf Dich. Flieg vorsichtig!
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