Montag, April 28, 2008
Klein Tibet
Meine letzten Wohen habe ich groesstenteil in kleinen Bergdoerfern verbracht und abei Paragliden gelernt. Da es in Indien keine Regulierung oder Lizenzvergabe gibyt, kann jeder ueberall fliegen wie er und kann. Oder eben nicht kann. Entsprechent spannend war das ganze mit indischem Lehrer, der sich selbst vor 7 Monaten beide Beine und den rechten Arm beim Fliegen gebrochen hat und dem indischen Sicherheitsstandart, den es nicht gibt. Aber ich habe alles heile ueberlebt und hatte herrliche Solofluege ueber 30 min mit teilweise 2500 meter Luft unterm Arsch. Super Gefuehl!
Morgen geht es weiter nach Amritsar, zum Goldenen Tempel der Sikh, bevor ich nach Dehli weiterfahre um meinen Flug nach Mumbai zu bekommen. Bis bald!
Bernhard
Freitag, April 18, 2008
Der Berg ruft
die letzten Tage habe ich in einem sehr kleinen Dorf namens Solang verbracht und Gleitschirmfliegen gelernt. Eine unglaublich tolle Erfindung! Um aber richtig Gute Hoehenfluege zu machen, werde ich mich morgen nach Bir (!) begeben und richtig hoch und weit durchstarten. Habe leider nicht viel Zeit zum schreiben, aber mir geht es wunderbar und melde mich bald wieder!
Gruesse aus den hoechsten Bergen der Welt
Bernhard
Montag, April 07, 2008
3000 km in 3 Tagen
Nachdem sich Andi verabschiedet hatte, habe ich mir noch ein paar schoene Tage in Hampi gemacht und mir noch etwas mehr Abenteuer abgeholt, denn wenn bei einem Leihroller bei ner Bergabfahrt die Bremsen versagen, ist das nicht ganz so gut. Hatte aber mal wieder das Glueck an meiner Seite und bin immer noch in einem Stueck unterwegs.
Langsam wurde es selbst mir im Sueden zu heiss und beschloss also mit dem naechst moeglichen Zug Richtung Berge aufzubrechen. Die letzten Tage waren sehr bewegt: 6 std. Busfahrt von Hampi nach Hubli Hbf, dann 41 Std. Zug nach Dehli (hab die Farht sehr genossen, denn es gibt irre viel zu sehen - besonders wenn man sich den Luxusausichtsplatz in der Tuer sichert). Nach dem 2. mal aufstehen fuehlt man sich dann wie nur 4 Std. gefahren und ich war topfit und entschied entsprechend abends nach Manali (17 std. Nightliner Bus) weiterzureisen. Tagsueber hatte ich somit einige Zeit, um mir Dehli anzugucken und festzustellen, dass meine Weiterreiseentscheidung durchaus die richtige war. Dehli stinkt.
Doch schon auf der Busfahrt hatte es micch richtig eiskalt erwischt, denn hier in den Bergen wird es nachts fast 0 Grad (tagsueber dann wieder 30) und was ich da so an Klamotten in meinem Rucksack fand hatte eher den Wert von Waschlappen. Also erst mal dicke Sachen shoppen und hoffen, dass ich heuteNacht sieben Decken von meine indischen Familie, bei der ich momentan wohne bekomme, anstatt wie heute Nacht nur fuenf. In Dehli waren es vorgestern noch 40 Grad. Das haut rein und bin wieder auf dem Boder der Temperaturen angekommen und sage es fuer alle, die die letzten Wochen so neidisch meine Bilder im StudiVz angeguckt haben: ja, ich habe heute nacht verdammt gefrohren!
Old Manali hat den beruehmten Manu Tempel, das indische Pendant zu unserem biblischen Noha, der genau hier Tiere und Menschen vor der grossen Flut auf eine Arche geladen hat und damit die Zivilisation rettete.
Ansonsten ist man hier Umgeben von 4000, 5000 und 6000 Meter hohen, schneebedeckten Gipfeln und die Wasserfaelle treten hier an einigen Stellen direkt aus dem Berg aus. Ich komm aus diesem Kitsch einfach nicht heraus!
Die weitere Planung sieht so aus, dass ich meine naechste Station Bir-Billing sein wird (ganz in der Naehe des Dallai-Lama Exilsitzes) und werde versuchen nen faehigen Gleitschirmlehrer zu finden um fliegen zu lernen.
Dieser Himalya ist unglaublich fazinierend mit allem drum und dran und finde sogar die Mentalitaet der Menschen wesentlich angenehmer als es im Sueden der Fall war. Daher bezweifele ich stark, es doch noch Richtung Rajastan zu schaffen, denn ich weiss mitlerweile Entfernung und Zeit in Indien ganz gut einzuschaetzen. Ja, die Zeit reicht beim Reise eigentlich nie, soviel steht fest.
Soviel erstmal aus Nordnordindien,
denk an euch!
Bernhard
Mittwoch, April 02, 2008
Finale in Hyderabad

"The City of Pearls" ist die letzte Station meiner Reise, und wohlwollend hat Sie mich empfangen. Anstatt zu den Hoehlen von Ellora weiterzuspurten, lasse ich mal lieber hier alles sanft ausklingen.
Auf einmal wieder allein, mit nur 2-3 (so scheint es) andren Westlern in der ganzen Stadt - das ist ein bisschen , und zugleich ein bisschen Einsamkeit.
Die 5,5 Mio.- Stadt ist schwer im Wachstum (auch 'Cyberabad' genannt), recht sauber, gruen, die Einwohner offen und entspannt. Der Norden ist eher den Hindus, der Sueden den Muslimen, und in der Mitte, im 'Hussein-See', steht ein 17 Meter hoher Buddha und passt auf, das alles friedlich bleibt. Der erste Versuch 1990, diesen 350-Tonnen-Koloss aufzustellen, fiel leider ins Wasser. Erst 2 Jahre spaeter haben sie ihn geborgen bekommen...
Daneben ist die Charminar, das Wahrzeichen der Stadt (siehe Foto, 56 m hoch, Moschee im 2. Stock), um einiges beeindruckender, ebenso wie das maechtige Golconda Fort (angeblich die zweitgroesste Festung des alten Indiens nach Amber Fort in Jaipur (ui, da war ich auch)).
Die Hindus haben auch hier ein Birla Mandir stehen, eine Art Pantheon, wunderschoen, komplett aus weissem Marmor, der aus Rajasthan importiert wurde.
Und so weiter und so weiter...
Ich bereite mich hier in aller Ruhe auf meinen koerperlichen - und mentalen - Abschied vor und freue mich rasend auf meine Lieben daheim.
LG
A
Dienstag, April 01, 2008
Hampi Hampi Hampi
Hampi hatten wir vor 2 Jahren ausgelassen, trotz grosser Empfehlung durch unsern 'Travel-Pionier' Joern the Schmufulus. Fuer dieses Mal war es aber fest eingeplant - und hat sich schwer gelohnt. Von der Kueste gings per Sleeper-Bus ins Landesinnere, aber geschlafen hab ich keine Minute... Bernhard und ich hatten eine Sleeper-Doppelkabine ganz hinten im Bus, und so viele Bumper auf einer Strecke hab ich noch nie erlebt... Vielzuwenig Platz fuer uns breitschultrige, ueberlange Germanen, dazu der wie ein bockendes Rodeopferd huepfende Bus, der einen dauernd 20-30 cm in die Luft hebt und wieder zurueckkrachen laesst ... das war eher eine Art Wrestlingfight als irgend was, was mit Nachtruhe zu tun hat.
Naja, und dann war ja eh Holi und kollektives Farbwerfen bis nachmittags angesagt. Was im Hampi eigentlich alles geboten ist, hat sich uns erst am naechsten Tag erschlossen:

Auf einer Flaeche von ca. 30 Quadratkilometern kann man sich hier die Augen aus dem Kopf fallen lassen. Mitten im Nirgendwo erheben sich in einer Flusstallandschaft Huegel aus meist roetlichen Granitfelsen, die in den absurdesten Formationen aufeinandergeschichtet sind. Was man hier sieht traut man weder Mutter Natur noch dem Menschen zu, alles zu gross, zu fremdartig, zu ... unfassable. Und inmitten dieser fremden Welt erheben sich die Ruinen Vijayanagar's, im 16. Jhdt. Hauptstadt eines maechtigsten Imperien in Indiens Geschichte, mit ehemals 500.000 Einwohnern. Quasi Orchha im Quadrat, mit natuerlich deutlich mehr Touristen, dazu Reisfelder und Bananenwaelder.

Fast alle wichtigen Gottheiten sind hier in Tempeln vertreten, die (typisch Hinduismus) meist auf den Huegeln trohnen und unglaubliche Ausblicke eroeffnen. Der Legende nach hat Hanuman, der Affengott, dieses Areal geformt, indem er Huegel hin und her verpflanzt hat. Und am Hanumantempel passierte es dann auch: Frisch geblessed traten wir unter duester-wolkigem Himmel aus dem Tempel hinaus, als ein maechtiger Blitz nur 5 Meter vor uns unter ohrenbetaeubenden Donnerkrachen in eine Art Blitzableiter des Tempels (Saeule mit Metallspitz) fuhr und explodierte. Da stellts einem dann gleich mehrfach die Haare auf. Das war uebrigens der einzige Blitz in dieser Stunde. Kommentar vom Tempel-Baba: "Hanuman". Allerdings, Babaji. Gut das wir frisch gesegnet waren :)
Blitze, Farbattacken, Skorpione, Schlangen, Krokodile, aggressive Bueffel, Motorroller zum Ausleihen, waghalsige Hoehlenklettereien, drohende Hitzschlaege, Regenguesse, Tauchgaenge im Reisfeld, Huegelbesteigungen in Flip-Flops und entzuendete Fuss-Blessuren... wir haben alles ueberstanden wuerde ich sagen. Aber noch lang nicht alles gesehen. Ich komme wieder! Bernhard und ich haben uns voneinader verabschiedet, ich bin mittlerweile in Hyderabad.
Gute Reise, mein Freund!
A