Dienstag, März 25, 2008

Straende und Fest

Also wieder in Gokarna, der Stadt, in der Shiva die Erde betreten hat (durch das Ohr einer Kuh, die aus Vishnus Nabel kam...). Ich hatte dieses Staedtchen beim letzten Mal schon sehr lieb gewonnen, aber die Einwohner leiden wohl zunehmends unter der Ignoranz vieler Touristen gegenueber der Heiligkeit der Staetten hier. Gut, das wir zum Saisonende unterwegs sind und so die Leute hier mehr und mehr Ihre Ruhe und Freundlichkeit wieder zu Tage getragen haben.

Wie manch einer weiss ist Om Beach ja mein liebster Lieblingsstrand, und nach 2 Jahren wieder den Haj ueber die Huegel dorthin zu machen war ein beinah spirituelles Erlebnis. So sind wir hier auch eine Woche in diesem Strandbiotop aus vielen Hunden, Kuehen und einigen Bueffeln, Geckos und Moskitos geblieben. Die Wellen an 'Om' sind wohl einzigartig, und sogar einen tropischen Sturm haben wir abbekommen...



Sind viel gewandert (6 verschiedene Straende haben wir gesehen), geklettert, geschwommen, gesurft, Boot gefahren haben uns eine - ziemlich freche - Braeune abgeholt und das Strandleben genossen.

Unsere kleine Festivalsaison begann mit dem juedischen Purrim-Fest (eine Art Karneval) an Om, weiter gings dann in Ankola und Hampi zum beruechtigten hinduistischen Holi-Fest.

Ich lass mal Bilder sprechen



Om Beach





Purrim (Bernhard als Shree Rama, ich Shree Krishna)






Holi in Hampi




LG Andi

Samstag, März 15, 2008

Oefter mal was Neues

So, jetzt wird es aber auch mal Zeit fuer meinen ersten Beitrag (und mein erster Blog meines Lebens), nachdem ich ja auch schon bald 12 Tage in Indien unterwegs bin.
Zunaechst war es erst einmal sehr angenehm in ein (damals noch) fremdes Land zu kommen und am Flughagfen von Andi abgeholt zu werden. Der war dann schon einen Monat unterwegs und entsprechend kurz ist natuerlich die Nacht geworden, denn es gab vieeeel zu erzaehlen. Der erwartete Kulturschock blieb allerdings aus. was sicher auch daran liegt, dass Mumbai recht europaeisch gepraegt ist und der Anfang so deutlich angenehmer ist, als wenn man in Dehli ankommen wuerde. Andere wiederrum stehen darauf, sich erst mal die volle Indienpackung abzuholen und dann runter zu kommen. Wie auch immer, Bombay ist mit seinen 17 Mio. schon eine ziemlich grosse Nummer und ich habe in 12 Stunden mehr Elend gesehen als in 12 Monaten Tanzania. Armut und Elend ist einfach noch einmal ein richtiger unterschied, wobei die Inder wirklich immer und ueberall schlafen koennen und sein es neben einer achtspurigen Hauptstrasse. Faszinierend. Auf der anderen Seite ist Indien ein Land in dem die meisten wirklich etwas schaffen wollen und aus ihrem jetzigen Leben das meiste rausholen wollen (beruflich), bevor sie sterben und wiedergeboren werden. Karma eben. Auf der anderen Seite hat man es auch nicht wirklich eilig, denn man hat ja auch noch einige andere Leben. Da ist Zeit dann doch eher relativ.
Kulturell ist hier einiges geboten und vor allem die permanente Goetterverehrung ist omnipresent. Der Hinduismus ist eine sehr lebendige Religion, man koennte dast sagen eine open-source Religion, denn jeder kann (fuer sich) etwas neues beitragen und sich natuerlich seinen Lieblingsgott aussuchen. Die Heiligen werden hier schon zu Lebzeiten heilig gesprochen oder erklaeren sich selbst fuer x-te Wiedergeburt von Sai Baba (dem Andi uebrigens auch erschreckend aehnlich sieht) oder sonst wem. Somit sind die Inder auch weiterhin fleissig am Tempel bauen und scheuen sich auch nicht davor ganze Tempel in Felsen zu meisseln, wie auf Elefanta Island, die wir dann am naechsten Tag besucht haben.
Als naechste Station sind wir dann nach Goa durchgestartet und ich habe meine erste, so lang ersehnte Zugfahrt bekommen! Mach immer wieder Spass in fremden Laender so zu Reisen, auch wenn das indische Schienennetz sicherlich die laengste oeffentliche Toilette der Welt ist!
Nach ein paar Strand und Jungel Tagen sind wir dann per Bus in die heilige Stadt Gokarna gefahren, die vor allem ihre "mobilen Tempel" fuer prozessionen zu bieten hat. In der Stadt gibt es weder Fleisch, noch Alkohol und es wird nun wirklich indisch, denn Goa ist auch noch sehr christlich-portugiesisch gepraegt.
Derzeit geniessen wir noch ein paar Tage unsere Zeit an Andis heiligem OM-Beach (weil der Strand so geformt ist wie das OM-Zeichen) und gilt in der internationalen Strandszene als die Mutter aller Straende. Eine Huette am Strand fuer nen Appel und ein Ei, herrliche Wellen und Delphine.... was will man mehr. Dadurch, dass die ecke auch aus Vulkangestein besteht ist die Verbinbung nach Zanazibar schon sehr deutlich....und ruft das ein oder andere Deja-vu hervor.
Unsere naechste Station wird die Hampi sein, in der Tempeltechnisch wieder einiges geboten sein wird. Danach haben sich meine Plaene etwas geaendert, denn es wird hier so langsam richtig, richtig heiss. Also werde ich, wie so viele andere Inder auch, vor der Hitze in den Himalaya fluechten und in der Gegend meine restliche Zeit verbringen. Guter Plan... die Backwaters in Kerala muessen also noch ein bisschen auf mich warten.

Es ist einfach immer wieder toll, was fuer Menschen mann unterwegs so kennenlernt, wie den 27jaehigen Tibeter Lyps, der ein Herz und eine Seele hat, die so rein ist, wie Volvic-Wasser noch mal durch ne Umkehrosmoseanlage geschickt. Der hatte schon angekuendigt, dass 2008 wg Olympia was in Tibet passieren wird. Heute war es dann schon so weit.

So, das ersteinmal fuer den Anfang...wir sind weiterhin bei bester Laune und Gesundheit und haben nicht vor dieses jemals zu aendern!
Liebe Gruesse
Bernhard

Donnerstag, März 13, 2008

From Mumbai to Goa (why not?)


MUMBAI


Mumbai is different, Delhi is different, India is different...
Alle 100 km eine andere Welt. Nach der Reise durchs kaum bekannte Gujarat gings per Overnight in die Hauptstadt des Bollywood, in eine 17 Mio.-Metropol auf ehemals 7 Inseln, dessen derzeitige Flaeche zur Haelfte dem Meer abgetrotzt wurde, in der 55 % der Einwohner in Slums leben, 40.000 illegale Taxen fahren und in der man so westlich wie moeglich wirken sein moechte. Der Victoria Terminus (siehe Bild) ist immer noch der betriebsamste Bahnhof Asiens und wickelt seine weiterhin taeglich seine 2,5 Mio. Passagiere ab.
Warum wieder Mumbai (a.k.a. Bombay)?
Ganz einfach:
Chhatrapati Shivaji International Airport, Lufthansa Direktflug FFM, planmaessige Ankunft 23:50 Uhr.
Und an Bord: der Bernhard :)

Hatte uns ein Zimmer im Sea shore Hotel vom letzten Mal reserviert, also schon fast a bissl a Nostalgie zu spueren. Sind mit der Faehre nach Elephanta-Island, wo es zwar keine Elefanten-Statuen mehr gibt (die hat der englische Koenig damals abtransportiert, nich dass die Inder die kaputt machen...), aber allerlei zu sehen, Bootsfahrt und angenehmes Wandern.

Ja, Mumbai war gut zu uns. Kein Kulturschock wie bei Einreise in Delhi, gutes Essen, schoener Stadtstrand, Skyline bei Nacht, all so was.
Aber auch nicht schlimm, wenn man abreist. Wohin? To notorious Goa, natuerlich.
Diesmal nicht Palolem im Sueden, sondern im etwas weniger 'ausgelatschten' Norden:




ARAMBOL (HARMAR)




Noch relativ neu im Tourist-Business, aber bereits _die_ Empfehlung in allen Reisefuehrern ist Arambol. Die alternde Hippie-Gemeinde ist vor einiger Zeit hierher umgezogen, um in Wuerde altern zu koennen, aber in 1-2 Jahren werden sie wohl weiterziehen mussen...
Es fuellt sich zusehends.
Wir hatten wohl noch gutes Timing, auch weil die Saison gerade endet, und haben angenehme Tage verbracht. Details folgen noch :)

Namaste
A

Mittwoch, März 05, 2008

Roads less travelled - Eine Reise durch Gujarat

1. Ahmedabad




Die sechstgroesste Stadt Indiens hat nicht viel touristisches zu bieten, ist aber neben ihrer Funktion als Gateway nach Sued-Gujarat (Saurashtra) und als eines der schnellstwachsenden Wirtschaftszentren des Landes wohl nicht zu unterschaetzen. Neben Ghandi's Ashram finden sich hier dann doch, wenn auch etwas versteckt, einige bedeutende religioese Staetten. Allgemein ist die Stadt aber - fuer mich - mit Ihren ca. 5 Mio. Einwohnern zu crowded und fast etwas zu schmutzig. Sehr, sehr wenige Europaer zu sehen hier. Weiter per Bahn.



2. Junagadh




Junagadh (170.000 Ew) hat einiges zu bieten, insbesondere seine Menschen. Was ich hier an Gastfreundschaft erleben durfte bleibt wohl unvergessen. Frueh morgens mit dem Sonnenaufgang gings los: 10.000 Stufen muss man hochsteigen, um den Gipfel des legendaeren Girnar Hill zu erreichen. 5.000 bin ich hoch, siehe Bild. Auf dieser Hoehe befinden sich die Jain-Tempel, dann kommt lange nichts und ganz oben auf der Spitze stehen noch diverse Hindutempel. Der Huegel ist beiden Religionen heilig. Jaehrlich am 6. Maerz (knapp verpasst) steigt hier das einwoechige Shivratri-Festival, an dessen Hoehepunkt die 'Nagababas', als heilig betrachtet Asketen, aus dem Wald herauskommen und Ihre Rituale mit den Pilgern teilen.


3. Somnath



Einer der heiligsten Tempel der Hindus steht in Somnath, an der Kueste Saurashtras. Hier befindet sich der erste der 12 Jyotir Lingams. In Indien gibt es Tausende von Tempeln, in denen dieser oval geformte Shivalingam (meist schwarzer Stein) verehrt wird, aber nur zwölf davon sind Jyotir Lingams. Jyoti bedeutet Licht, und ein Jyotir Lingam ist ein erleuchteter Lingam. Diese Lingams sind aus Kristall, sie kommen nicht vom Narmada Fluss. Elf von ihnen befinden sich in Indien und der zwölfte in Nepal.
War mein erster Sonnenuntergang am Meer, und der Strand hat auch Lust auf mehr (Meer) gemacht.


4. Diu








Diu ist wie Goa ehemals portugisisch und ein unter Indern beliebtes Ferienziel. Alkohol ist besonders guenstig (Diu wird als Unionsterritorium von Delhi aus regiert, als niedrige Tax) und die ruhige, Palmenuebersaete Insel mit Ihrem stolzen Fort wird nachts von allerlei Partyvolk beherrscht. Schoene Straende, schoene Sonne, Entschleunigung.





5. Palitana



Worte reichen nicht aus, um Palitana zu beschreiben. 3.200 Stufen muss man steigen, um das hoechste Heiligtum der Jains zu erreichen. 'A hilltop sea of temples'. Unglaubliche 863 Tempel in 9 Gruppen mit jeweils einem Haupttempel bilden eine wohl einzigartige Tempelstadt in luftiger Hoehe - mit einer fast ebenso unglaublichen Aussicht auf das Umland. Das war wohl das grossartigste an Architektur, was ich je gesehen habe. Das Taj Mahal verblasst dagegen... Von der Atmosphaere da oben ganz zu schweigen...

Da fahr ich definitiv wieder hin :)

Der Bernhard ist mittlerweile gut angekommen, ab jetzt gehts zu zweit weiter!

Ich melde mich bald wieder